@madman (ich beschränke mich an dieser Stelle auf eine Antwort auf Dein vorletztes Statement, da einige nachfolgende eine Vielzahl von ethisch-moralischen Fragestellungen behandeln, zu denen ich jetzt aus Platzgründen keine Angaben machen möchte)
1.Vorbemerkung
Ich finde es absolut in Ordnung, dass Du "Kontra" gibst. Ständig mit Leuten zu reden, die die gleiche Meinung vertreten kann ja manchmal schön sein...., aber ich finde diese Diskussionssituation viel spannender
2. Ist mein Standpunkt etisch problematisch?
An dieser Stelle muss ich vielleicht ergänzen, dass ich nicht denke, dass Du nicht tötest, weil Du glaubst - dieser, von Dir zurecht erhobene Einwand, hätte in der Tat ethisch schwerwiegende Folgen.
Ich vertrete vielmehr die Meinung, dass diese Haltung eigentlich genetisch in uns veranlagt ist [zum Thema schreibt C.S.Lewis in "Pardon, ich bin Christ" sehr interessante Gedanken]. Wie ich den Menschen wahrnehme, ist im Menschen ein gewisses ethisches "Gen" veranlagt. Diese Anlagen sind grundsätzlich in jedem Menschen angelegt, egal welcher Religion, welcher Nation, welchen Geschlechts diese Person angehört. Ich denke, dass diese Anlagen bei einigen Menschen manchmal für kurze oder längere Zeit außer Gefecht gesetzt wurden, d.h. sie waren zu mehr oder weniger schweren Taten in der Lage [ich habe einige Menschen kennengelernt, die z.T. lebenslänglich im Gefängnis sitzen und die genau wusste, dass das, was sie taten schlecht war ohne dass sie in irgendeiner Weise ein christliche Sozialisations hatten - im Gegenteil: Sie kommen i.d.R. aus einem atheistischen Hintergrund].
3. Kann ein Atheist oder ein andersgläubiger ein moralisch einwandfreies Leben führen?
Ich denke sehr wohl, dass ein Atheist [oder andersgläubiger Mensch] ein moralisch einwandfreies Leben führen kann. Als Christ glaube ich, dass Gott jeden Menschen geschaffen hat [ durch die Schöpfung -

- sorry, ich kann´s einfach nicht lassen!

], und weil jeder Mensch im Ebenbild Gottes geschaffen wurde ist auch die Frage nach dem "woher" des Wertmaßstabes aus dieser [meiner] Sicht zu erklären. Dabei spielt die Frage nach dem abrahamitischen Religionen dann auch eine eher untergeordnete Rolle.
"Das Gesetz Gottes in den Herzen der Menschen" [wenn ich es hier vielleicht einmal etwas pathetisch ausdrücken darf] liegt demnach in allen Menschen verborgen, losgelöst von seiner grundsätzlichen Haltung Gott gegenüber.
4. Dürfen Mörder in einem Land mit Religionsfreiheit verurteilt werden?
Ich denke, dass vorher gesagtes unterstreichen, dass dies sogar sehr wohl zu tun ist. Ein Mörder (was ja die schwerste Form der Tötung ist) muss sehr wohl verurteilt werden, einerseits weil wir in einem Land leben in dem das Volk sich entschieden hat, dass Mörder nicht frei rumlaufen dürfen (wofür ich sehr dankbar bin!!!!!!!) und andererseits wiederspricht der Mord dem "Naturgesetz", dass [wie Du aus meiner Sicht richtig feststellst] auch in allen Hochkulturen völlig losgelöst von den abrahamitischen Religionen zu verurteilen ist. Ich denke, dass ich natürlich als Christ nicht jedem meine "christliche Ethik" aufzwingen kann, darf und will, aber hier wird ein Aspekt behandelt der sich meiner Ansicht nach nicht auf die christliche Ethik beschränkt, sondern in allen Menschen angelegt ist.
soweit ersteinmal meine kurze

Anwort auf Deine interessanten Fragen
Viel Erfolg bei Deinen Prüfungen!!!
Gruß